Gehirn-Chronobiologie

 

<  Fachthemen

Gehirn-Chronobiologie

Die Chronobiologie des Menschen ist das Wissen über die zeitlich abgestimmten biologischen Prozesse im Menschen.

Der Ablauf der biologischen Prozesse untereinander erfolgt meistens rhythmisch und harmonisch. Er wird überwiegend genetisch bestimmt.
Eine dauerhafte Veränderung der biologischen Prozesse erfolgt in der Pubertät und im Alter. 

Die inneren biologischen Prozesse, auch als innere Uhr oder innerer Rhythmus bezeichnet, sind unter den rhythmischen Belastungen der Umwelt (Jahreszeiten, Wechsel von Tag und Nacht, Gezeiten, usw. ) evolutionär entstanden.

Durch physische und psychische Einwirkungen kann der innere Rhythmus gestört werden.

 

Ein gut angepasster innerer Rhythmus ist wichtig für ...

  • eine stabile körperliche und geistige Gesundheit.
  • eine normale Wachstumsgeschwindigkeit bei Kindern und Jugendlichen.
  • ein gutes Gedächtnis.
  • eine gute Konzentrationsfähigkeit.
  • eine gute Wahrnehmung.
  • eine gute Reaktionsfähigkeit.

 

Ein gestörter innerer Rhythmus kann folgendes bewirken:

  • Müdigkeit am Tage.
  • Energielosigkeit
  • Übelkeit
  • Konzentrationsschwäche
  • Gedächtnisprobleme
  • Reduzierung der Wahrnehmung
  • Wachträume
  • Depressionen
  • Durchfall
  • Krämpfe in den Beinen
  • Wachstumsstörungen bei Kindern und Jugendlichen.

 

Der innere Rhythmus kann gestört werden ...

  • bei Umstellung auf Sommer- oder Winterzeit.
  • durch zu langes Wachhalten vor dem nächtlichen Schlaf.
  • durch unregelmäßige Nachtarbeiten.
  • durch Flugreisen mit Zeitzonenwechsel.
  • durch Stress
  • durch bestimmte Medikamente.
  • durch bestimmte Inhaltsstoffe in der Nahrung.
  • durch Veränderung der Essenszeiten.
  • durch mangelndes Tageslicht.

 

Die Anpassung des inneren Rhythmus an den jeweiligen Umweltrhythmus erfolgt ...

  • hauptsächlich durch Wahrnehmung des natürlichen Morgen- und Abendlichtes.
    Wirksam ist nur das Licht welches über die Augen aufgenommen wird.
  • durch regelmäßiges morgendliches Aufstehen zu einer bestimmten Zeit.
  • durch regelmäßige Essenszeiten.
  • durch hörbares Vogelgezwitscher bei Sonnenaufgang (Jede Vogelart zwitschert in bestimmten Zeitabschnitten des Tages)
  • durch wahrnehmbare  tageszeitabhängige Umgebungstemperaturen.

 

Folgende innere Rhythmen sind bedeutend:

Der 90-Minutenrhythmus:
Im 90-Minutenrhythmus....

  • verläuft der Schlaf in einzelnen Schlafphasen.
  • schwankt die geistige Leistungsfähigkeit.
  • schwankt das Hungergefühl.

Der 24-Stundenrhythmus:
Im 24-Stundenrhythmus....

  • erfolgen Wach- und Schlafzeit.
  • schwankt das Schmerzempfinden.
  • schwankt die Körpertemperatur.

 

Beziehung zwischen Tageszeit und Gehirnleistung: 

Morgendliche Schlafphasen:

  • Das Gehirn festigt die Einprägung der am Vortag erlernten motorischen Abläufe wie z.B.
    • Tanzschritte
    • sportliche Fertigkeiten
    • Schreib- und Tippfertigkeiten
    • Lenk- und Steuerfertigkeiten
    • Fertigkeiten auf Musikinstrumenten

um ca. 6 Uhr:

  • Das Gehirn hat eine verringerte Reaktionsfähigkeit.
  • Die Urteilskraft oder Entscheidungskraft ist verringert.

10 - 12 Uhr:

  • Das Gehirn wird gut durchblutet.
    • Die analytische Denkfähigkeit erreicht das Maximum.
    • Die Problemlösungsfähigkeit erreicht das Maximum. 

12 Uhr:

  • Der Körper stellt sich auf Ruhe und Verdauung ein.
    • Die Konzentrationsfähigkeit nimmt ab.
    • Die Reaktion nimmt ab.
    • Die Achtsamkeit nimmt ab.

15-16 Uhr:

  • Das Gehirn vermindert das Schmerzempfinden.

16 Uhr:

  • Das Gehirn wird gut durchblutet.
    • Die Gehirnleistung nimmt zu.
    • Die Lernfähigkeit nimmt zu.

Abends:

  • Die Sinneswahrnehmung ist besonders gut.

 

Einsatz der Gehirnfunktionen nach dem inneren Rhythmus:

Festigung des Lernstoffes, der vormittags aufgenommen wurde:
Die Festigung des Lernstoffes kann  durch Mittagsschlaf von 30-60 Minuten unterstützt werden. [nach Forschungen der Harvard-Universität]

Festigung der Fertigkeiten, die vormittags trainiert wurden:
Die Festigung der erworbenen Fertigkeiten kann  durch Mittagsschlaf von 30-60 Minuten unterstützt werden. [nach Forschungen der Harvard-Universität]

Kreativität:
Die Kreativität erfordert den nächtlichen Schlaf!

Lernen:
Lernen ist erfolgreicher  bei Tageslicht, nicht bei künstlichem Licht.

Lesen:
Lesen fällt bei Tageslicht leichter.

Mathematikaufgaben:
Mathematische Aufgaben fallen bei Tageslicht leichter.

Nachtarbeit:
Die Nachtarbeit ist zu vermeiden.
Sie hat ein hohes Unfallrisiko.

Schlaf:
Der Schlaf wird durch ausreichendende Aufnahme des Tageslichtes verbessert. 

 

Weitere biologische Rhythmen:

  • Menstruationszyklus: 
    durchschnittlich 29,5 Tage.
  • Abstoßungsintervalle neuer Organe:
    siebentägig
  • Abwehrkräfteintervall:
    siebentägig
  • Abwehrzeit gegen Erkältungserreger:
    ca. 7 Tage

 

Tipps zur Nutzung der Chronobiologie:

  • Stelle sicher das deine morgendlichen Schlafphasen nicht unterbrochen werden. 
    So können sich neue motorische Abläufe des Vortages besser einprägen. 
  • Vermeide Nachtarbeit, um das Unfallrisiko gering zu halten
  • Lerne bei Tageslicht, um den Lernerfolg zu verbessern.
  • Bevorzuge das Tageslicht beim Lesen.
  • Bevorzuge das Tageslicht beim Lösen von Rechenaufgaben.
  • Halte Mittagschlaf ca. 30-60 Minuten, wenn es dein Umfeld zulässt. Das Gehirn wird erfrischt. Der Mittagschlaf verbessert das Einprägen des vorher erarbeiteten Lernstoffes oder die Festigung der vorher trainierten Fertigkeiten.
    Hinweis: Ausruhen statt Mittagschlaf bewirkt nur eine geringe Lernverbesserung.  

 

 

 

 
 

 

 


< zurück:   Fachthemen    Einführung
> weiter:     Fachthema
                     Gehirnleistungsabnahme


 
(c) Harald Wilken,  www.gehirn-vital.de
Gehirn-Vital Wissen, Fachthemen,
Fachthema Gehirn-Chronobiologie